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Weideprojekt Ried und Sand

Weideprojekt Ried und Sand
Region/Lage Landkreis Darmstadt-Dieburg, Darmstadt
Geo-Koordinaten 8° 36' 37'' O , 49° 46' 58'' N
Lebensraumtyp Kalksand-Magerasen, wechselfeuchtes Grünland der nördlichen Oberrheinebene
Flächengröße 365 ha
Tierrassen (Anzahl)
  • Landschafrassen-Mix (500 Mutterschafe)
  • Esel (18 Tiere, nur im Sand)
  • Rotes Höhenvieh (50, 15 Mutterkühe - nur im Ried)
Bestandsdichte ca. 0,3 GVE/ha
Beweidungstyp Schafe: ganzjährig in Hüte- oder Koppelhaltung. Rind: ganzjährige Koppelhaltung
Finanzierung BfN
Schutzgebiete Natura 2000, NSG
Projektwebsite www.riedundsand.de

Dr. Michael Stroh
Landkreis Darmstadt-Dieburg (UNB)
Jägertorstraße 207
64289 Darmstadt
Tel.: 06151 / 881-2215
E-Mail: m.stroh (at) ladadi.de

Träger:

Landkreis Darmstadt-Dieburg (UNB)
Jägertorstraße 207
64289 Darmstadt
Tel.: 06151 / 881-2215
E-Mail: m.stroh (at) ladadi.de

Beweider:

Bettina Fay
Zuchtbetrieb Rotes Höhenvieh
Tel.: 0160 / 7856112
E-Mail: b.fay (at) gmx.de
Aktuell Tiere zu verkaufen
Landschaftspflegehof Stürz
Schloßstraße 13
64372 Ober-Ramstadt
Tel.: 06154 / 577 070
E-Mail: pflegehof-stuerz (at) web.de

Projektbeschreibung

Ziel des E+E-Vorhabens „Ried und Sand“ ist es, für den Naturschutz wertvolle Ried- und Sandrasenlebensräume im Westteil des Landkreises Darmstadt-Dieburg durch die Entwicklung neuartiger Beweidungskonzepte nachhaltig zu sichern.

Unter dem Stichwort "doppelte Vernetzung" sollen Lebensräume durch Wiederherstellung (Restitution) und/oder Beweidung vernetzt und Naturschutz und landwirtschaftliche Nutzung in Einklang gebracht werden. Das Projekt läuft von 2004 bis 2010. Zum Ende der Laufzeit soll sich das „Schutz- und Nutzsystem“ wirtschaftlich selbst tragen.

Naturschutzfachliche Ziele / Erfolgskontrolle

  • Wertvolle Flächen erhalten
  • Biotopverbund entwickeln in Ried- und Sandlebensräumen
  • Vernetzung fragmentierter Flächen durch Wiederherstellung und neue Weidekonzepte

Sowohl stark gefährdete Sandstandorte von europaweiter Bedeutung als auch Riedflächen in alten Fluss-Schlingen (Modellsysteme für Feuchtgrünland in Überschwemmungsflächen) sollen gepflegt und entwickelt werden, um die Artenvielfalt zu steigern.

Zusätzlich erfolgt die Wiederherstellung von Flächen mit Mahdgutauftrag und anschließender Beweidung. Durch neu entwickelte Weidesysteme wird die Pflege der naturschutzfachlich wertvollen Flächen für den Eigentümer kostenlos.

Beweidungsmodus

Schaf: 1-3 x / Jahr kurze Bestoßung (Stunden - wenige Tage) nach Bewuchs. Rind: ganzjährig Standweide.

Öffentlichkeitsarbeit / Umweltbildung

Jahresexkursion, Projektflyer, Präsentationen und Vorträge, Wanderausstellung, Beschilderung ausgewählter Lokalitäten

Regionale Vermarktung

Regional über Metzger und Partner-"Hofläden"

Historie / Historische Nutzung

Die Bereiche des Hessischen Rieds in der nördlichen Oberrheinebene waren noch Anfang des 20. Jahrhunderts aufgrund hoher Grundwasserstände durch Feucht- und Nasswiesen sowie eingestreute Bruchwälder geprägt. Die ehemaligen Fluss-Schlingen des Altneckars beherbergten eine hohe Artenvielfalt der Tier- und Pflanzenwelt.

Starke Grundwasserentnahmen und veränderte Nutzungsansprüche des Städte- und Straßenbaus sowie der Landwirtschaft verursachten dramatische Entwicklungen für das Ried. Das „Trockenfallen“ des Rieds führte einerseits zur Degradierung der Torf- und Niedermoorstandorte, die um bis zu einige Meter absackten. Andererseits ging damit auch ein auffälliger Artenrückgang von Flora und Fauna einher.

Mit dem Anstieg des Grundwasserspiegels in den Jahren von 1999 bis 2002 kamen Schmetterlinge, Amphibien, Brutvogelarten wie Rohrweihe und Weißstorch und, als Durchzügler, der Schwarzstorch zurück. Große Abschnitte der „Altneckarschlingen“ sind heute sogar als Vogelschutzgebiete von europäischer Bedeutung ausgewiesen, Teile als Naturschutzgebiete festgesetzt. Floristisch jedoch verlief die Erholung weniger rapide und das Ried blieb relativ artenarm. Die ehemals wertvollen Riedstandorte, die noch in den fünfziger Jahren Röhrichte und Seggenbestände trugen, existieren gegenwärtig nur noch als Fragmente.

Die Sandgebiete der nördlichen Oberrheinebene entstanden vor etwa 10.000 Jahren zum Ende der letzten Eiszeit. Vom Fluss angeschwemmtes Material aus den Alpen wurde im Rheingraben abgelagert. Die damals vorherrschenden Westwinde bliesen in der Folgezeit Teile des Sedimentes ostwärts und formierten es zu einem rechtsrheinischen Streifen von Flugsandgebieten. Heute sind die Reste dieser ehemals ausgedehnten Areale stark gefährdete Binnendünenbiotope.

Typische Sandarten sind auf die vermeintlich „ungünstigen“ Bedingungen des Lebensraumes Sand mit Hitze, Sonnenstrahlung, Trockenheit und Nährstoffarmut zumeist wegen ihrer Konkurrenzschwäche angewiesen. Die Kleinflächigkeit und Isolation der Dünenrelikte erfordert ihre Vernetzung und Wiederherstellung (Restitution), um diese gefährdeten Ökosysteme nachhaltig zu bewahren.

Durch eine angepasste Nutzung wie die hier praktizierte Beweidung, sind die meisten Flächen dauerhaft zu erhalten und zu entwickeln.

Monitoring

Technische Universität Darmstadt, AG Vegetationsökologie, Prof. Dr. A. Schwabe-Kratochwil

Wirtschaftlichkeit

Gefördert durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit

Bilder

Weideprojekt Ried und Sand Weideprojekt Ried und Sand Weideprojekt Ried und Sand Weideprojekt Ried und Sand Weideprojekt Ried und Sand Weideprojekt Ried und Sand Weideprojekt Ried und Sand Weideprojekt Ried und Sand Weideprojekt Ried und Sand Weideprojekt Ried und Sand

Weideprojekte in Hessen – Online
Quelle: http://www.weideprojekte-hessen.de/weideprojekte/hessen/ried-und-sand/ [Stand: 23.11.2017]
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