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Weideprojekt Heide von Waldacker

Beweidung mit Zackelschafen

Weideprojekt Heide von Waldacker
Region/Lage Kreis Offenbach, Stadt Rödermark, Gemarkung Ober-Roden
Geo-Koordinaten 8° 49' 29'' O , 49° 59' 57'' N
Lebensraumtyp Offenlandmosaik aus Zwergstrauchheiden und Sandmagerrasen mit einzelnen Obst-/Laubbäumen
Flächengröße 3 ha
Tierrassen (Anzahl) Insgesamt ca. 40 Schafe, davon Zackelschafe (ca. 20), Schwarzkopf-/Merinoschafe (ca. 20), Skudden (4), zusätzlich Hausziegen (3)
Beweidungstyp saisonal
Finanzierung HIAP
Schutzgebiete -
Projektwebsite -

Dr. Rüdiger Werner
NABU Rödermark
Marienstrasse 14
63322 Rödermark
Tel.: 06074/922356
E-Mail: rue.werner (at) t-online.de

Träger:

UNB Kreis Offenbach
Ulrike Schmittner
Untere Naturschutzbehörde
Werner-Hilpert-Straße 1
63128 Dietzenbach
Tel.: 06074/8180-4122
NABU Kreis Offenbach
Dr. Joachim Wink
Magdeburger Str. 14
63322 Rödermark
Tel.: 06074/95488
E-Mail: joachim.wink (at) helmholtz-hzi.de

Beweider:

Markus Metzger
63110 Rodgau
Tel.: 06106/2664285
E-Mail: m.metzger (at) schafe-im-rodgau.de

Projektbeschreibung

Bis ca. 2007 Pflege der Heidefläche über fast 20 Jahre durch den NABU und seine beiden vom Kreis Offenbach finanzierten BFD´ler (Plaggen, Mulchen, Gehölzentnahme). Seither Kooperation mit UNB, da die Pflege händisch nicht mehr zu bewältigen war (Amerikanische Traubenkirsche!). Die UNB beauftragte ein Kurzgutachten mit Bestandserfassung und Maßnahmenvorschlägen; arbeitete Pflegemaßnahmen aus und koordiniert sie. Beauftragung einer Grundsanierung im Januar 2010 mit Baggereinsatz (Rodung Traubenkirschen, größere eutrophierte Flächen abplaggen, Verjüngungsschnitt der Heide).

NABU und UNB aquirierten einen Hobbyschäfer aus der Nachbarkommune, der mit dem NABU einen Beweidungsvertrag schloss. Der Vertrag beinhaltet eine finanzielle Förderung der Schafbeweidung (orientiert an den Kostensätzen des HIAP) und eine Unterstützung des Schäfers durch die Zivis bzw. Ehrenamtliche aus dem NABU (Zaunkontrolle, Wasserversorgung, Ansprechpartner für die Bevölkerung). Im ersten Jahr wurde für ca. 8 Wochen von Mitte August bis Anfang Oktober beweidet. Im zweiten Jahr soll die Beweidung im Frühsommer erfolgen. Ein fester Zeitraum ist nicht vorgesehen, sondern jährlich wechselnde Phasen.

Der NABU führt ergänzende händische Pflegarbeiten durch, weitere größere Baggereinsätze zum Abschieben von nährstoffreichem Oberboden sind seitens der UNB in Planung. Ziel ist, durch ein gutes Weidemanagement die technischen Pflegeeinsätze künftig erheblich reduzieren bzw. völlig einstellen zu können. Weitere Besonderheit: Problematische Lage am Ortsrand, da etablierter Hundeauslaufplatz; Sicherung der Schafherde durch doppelten Elektrozaun erforderlich. Am Zaun sind Telefonnummern der Ansprechpartner UNB, Nabu und Schäfer angebracht, die auch rege genutzt werden.

Naturschutzfachliche Ziele / Erfolgskontrolle

Erhaltung und Förderung der schutzwürdigen Pflanzengesellschaften trockene Sandheide (Calluna vulgaris) und Sandmagerrasen verschiedener Ausprägungsform (Pioniersandrasen, Silbergrasfluren, Grasnelken-Schafschwingelrasen u.a.). Dadurch Erhalt der Artenvielfalt (auch faunistisch), Erhaltung einer für die Untermainebene mit ihren sauren Flugsanden typischen, aber selten gewordenen Kulturlandschaft, Erhaltung des charakteristischen Landschaftsbildes und des Naherholungswertes.

Beweidungsmodus

Beginn des Projektes in 2010. Beweidung 8 Wochen von Mitte August bis Anfang Oktober. Beendigung nach Ortskontrolle und einvernehmlicher Abstimmung zwischen UNB, NABU und Schäfer, sobald der Aufwuchs flächendeckend abgefressen ist. Der Schäfer reduziert die Tieranzahl bereits 2 Wochen vor Beweidungsende sukzessive.

Es wurden anfangs Teilflächen mit blühender Sandstrohblume ausgezäunt, später aber nach Aussamung mitbeweidet. Um die Beeinträchtigung der Wegebeziehungen (Trampelpfade) gering zu halten, wurden zwei Beweidungsabschnitte festgelegt.

Künftig sollen die Schafe jährlich einmal zu wechselnden Jahreszeiten für jeweils ca. 8 Wochen weiden.

Öffentlichkeitsarbeit / Umweltbildung

Presseberichterstattung zu Beginn des Beweidungsprojektes. Der Schäfer führte für den NABU einen „Schäfertag“ durch – Familien mit Kindern waren eingeladen, auf der Weide alles über Schafe zu erfahren.

Regionale Vermarktung

Ja - s. Website des Schäfers

Historie / Historische Nutzung

Frühere Nutzung ( bis 60er Jahre): Ackerbau und einzelne Obstbäume. Später gerüchtehalber Bauerwartungsland (nie planungsrechtlich realisiert), Verkauf an Bauwillige, Brachfallen der Äcker, Entwicklung einer halboffenen Buschlandschaft aus Heide; Obstbaumrelikten, Eichen, Kiefern, Birken und Magerrasen. Förderung der Heide und Entbuschungsmaßnahmen durch NABU seit Ende der 1980er Jahre. Schafbeweidung war schon seit vielen Jahren geplant, doch konnte kein geeigneter/zuverlässiger Schäfer hierfür gefunden werden, insbesondere wegen der Problematik freilaufende Hunde/Hundekot. Seit 2010 Kooperation mit Schäfer Metzger aus dem Rodgau, der bereits erfolgreich die ebenfalls ortsnahe Düne von Dudenhofen (FFH-Gebiet) beweidet.

Monitoring

Keine permanente wissenschaftliche Betreuung geplant, aber in mehrjährigem Abstand sollen Untersuchungen zum faunistischen und floristischen Artenbestand beauftragt werden.

Wirtschaftlichkeit

HIAP-Förderung wird angestrebt. Es wird aber immer in gewissem Umfang eine Notwendigkeit zusätzlicher öffentlicher Förderung verbleiben.

Bilder

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Weideprojekte in Hessen – Online
Quelle: http://www.weideprojekte-hessen.de/weideprojekte/hessen/heide-von-waldacker/ [Stand: 18.09.2014]
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