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Weideprojekt Vockeröder Wiesentäler am Meißner-Osthang

Weideprojekt VockeröderWiesentäler am Meißner-Osthang
Region/Lage Werra-Meißner-Kreis, Meißner-Vockerode
Geo-Koordinaten 9° 53' 21'' O, 51° 12' 19'' N
Lebensraumtyp Berg- Mähwiesen; Flachland-Mähwiesen
Flächengröße 25 ha Grünland; dav. 23 ha in HIAP (ungedüngte Weiden und Mähweiden)
Tierrassen (Anzahl) Highland Cattles (Herdbuch-Zuchtbetrieb) - 26 Mutterkühe + Nachzucht (insg. 36 Tiere)
Beweidungstyp ganzjährig
Finanzierung HIAP - Extensive Grünlandbewirtschaftung, AGZ (Bergbauernprogramm)
Schutzgebiete Natura 2000 (FFH-Gebiet Werra- und Wehretal sowie VSG Meißner)
Projektwebsite -

Jörg Böttner; Torsten Rapp
Fachbereich 8 - Landwirtschaft, Landschaftspflege, Natur- und Landschaftsschutz
Honer Straße 49
37269 Eschwege
Tel.: (05651) 3 02 - 48 23
Tel.: (05651) 3 02 - 48 21
E-Mail: joerg.boettner (at) werra-meissner-kreis.de
E-Mail: torsten.rapp (at) werra-meissner-kreis.de

Träger:

Fachbereich 8 - Landwirtschaft, Landschaftspflege, Natur- und Landschaftsschutz
Jörg Böttner; Torsten Rapp
Honer Straße 49
37269 Eschwege
Tel.: (05651) 3 02 - 48 23
Tel.: (05651) 3 02 - 48 21
E-Mail: joerg.boettner (at) werra-meissner-kreis.de
E-Mail: torsten.rapp (at) werra-meissner-kreis.de

Beweider:

Ingrid Jacob
Schwalbenthaler Str. 15
Meißner-Vockerode
E-Mail: ingrid.jacob (at) freenet.de

Projektbeschreibung

Die Flächen befinden sich in der Gemarkung Vockerode, überwiegend in den Wiesentälern am Osthang des Meißners (über 450 m ü. NN).

Die Vockeröder Wiesentäler sind nach heutigen Maßstäben nur noch schwierig zu bewirtschaften, da der Arbeitsaufwand u. a. für die Zäunung in steiler Hanglage relativ hoch ist. Die Waldwiesen-täler erfordern aufgrund der langen Waldränder noch mehr Aufwand.

Hier leisten die Highland Cattle- Mutterkühe und ihre Nachzucht einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt dieser Wiesentäler bei Vockerode (insb. beim Jugenddorf im „Schwalbenthal").

Die Rinderhaltung besteht seit 18 - 20 Jahren und wurde allmählich bis zu einer Herdengröße von über 45 Tieren aufgebaut; aktuell wird der Bestand wieder auf 30 – 36 Tiere abgestockt.

Im FFH-Gebiet ist die extensive Beweidung durch die Schottischen Hochlandrinder zur Erhaltung wertvoller Grünlandflächen sehr erwünscht. Insbesondere die traditionelle Mähweidenutzung mit spätem Mahdtermin begründete viele sehr artenreiche Grünlandbestände (tlw. LRT-Flächen).

Naturschutzfachliche Ziele / Erfolgskontrolle

Die Weideflächen liegen größtenteils innerhalb des FFH-Gebiets "Werra- und Wehretal"; hier gibt es wertvolle artenreiche Grünlandbestände. Die Offenhaltung dieser Wiesentäler ist von großer Bedeutung für den Naturschutz und das Landschaftsbild am Osthang des Meißners.

In diesem Bereich westlich von Vockerode gibt es noch die Reliktvorkommen der Kreuzotter und einige Trollblumenbestände auf den sehr artenreichen Feuchtwiesen.

Beweidungsmodus

Die Beweidung findet ganzjährig statt. Die Weideflächen sind aktuell unterteilt in: 13 ha traditioneller Mähweide; 10 ha fest eingezäunter Weide und 2 ha Winterweide (Standweide).

Die Beweidung beginnt auf den Weideflächen in der Regel ab Mitte Mai als Portionsweide.

Bei den Mähweiden wird in der Regel der 1. Schnitt gemäht und anschließend die Zweitnutzung als Beweidung durchgeführt.

Öffentlichkeitsarbeit / Umweltbildung

Mund zu Mund-Werbung; Internetseite beim Zuchtverband Highland Cattle (Herdbuchzucht).

Regionale Vermarktung

Die Rinder werden zu 100 % regional vermarktet; teilweise Lebendverkauf von Zuchttieren und Fleischverkauf von 10 – 20 kg Portionen bzw. Rindervierteln. Die hervorragende Fleischqualität führte zu einem festen Kundenstamm.

Historie / Historische Nutzung

Die Flächen auf dem Hohen Meißner wurden früher traditionell von Rinderhaltern für das Jungvieh in Almwirtschaft genutzt. Diese Praxis wurde von den preußischen Forstbehörden nicht gern gesehen und viele Flächen durch den Staat angekauft und mit Forstpflanzen bestockt. Die Bachtäler bei Vockerode werden teilweise noch bis in die heutige Zeit mit Rindern beweidet, aber heute kaum noch von Milchkuhbetrieben, sondern eher von Mutterkuhbetrieben.

Die kleinteilige Nutzung ist typisch für das Meißner-Vorland und wird hier nur allmählich durch eine großflächigere Weidewirtschaft ersetzt; es gibt heute zwar nur noch wenige viehhaltende Betriebe im Meißner-Vorland, aber auch die behalten traditionell ihre Flächen. So ist auch heute die Bewirtschaftung der Betriebsflächen noch sehr kleinparzelliert. Größere Schläge sind hier die Ausnahme und dabei handelt es sich meistens um nicht mähbares, sehr hängiges Weideland.

Der Betrieb "Ingrid Jacob" besteht als Mutterkuhbetrieb bereits seit 18 – 20 Jahren.

Monitoring

Die HELP-Erfolgsprüfung wurde durch das HMUELV beim HIAP nicht weitergeführt; das FFH-Gebiets-Monitoring kann nicht ernsthaft als ein solches bezeichnet werden, da die Flächenab-deckung viel zu gering ist (Stichproben-Monitoring).

Wirtschaftlichkeit

Wirtschaftlichkeit ist durch die Direktvermarktung der Tiere beim Lebendverkauf von Zuchttieren bzw. beim Fleischverkauf in der Region weitgehend gegeben; zusätzlich sind die Förderprogramme zur Sicherstellung der Bewirtschaftung in benachteiligten Gebieten (AGZ) bzw. der Aufrechterhal-tung der extensiven Grünlandbewirtschaftung (HIAP) von partieller Bedeutung für die Wirtschaft-lichkeit des Betriebes.

Bilder

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Weideprojekte in Hessen – Online
Quelle: http://www.weideprojekte-hessen.de/weideprojekte/hessen/vockeroeder-waldwiesentaeler/ [Stand: 27.05.2017]
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