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Weideprojekt Bingenheimer Ried

Weideprojekt Bingenheimer Ried
Region/Lage Wetterau, Horloffaue, Echzell / Reichelsheim
Geo-Koordinaten 8° 52' 55'' O , 50° 22' 7'' N
Lebensraumtyp Temporäre Gewässer und Tümpel, Röhrichte, Grünland
Flächengröße 85 ha
Tierrassen (Anzahl) Limousin, Deutsch-Angus, Aubrac, Galloway, Rotes Höhenvieh, Exmoor-Ponys (insgesamt 40 GV)
Beweidungstyp ganzjährig
Finanzierung Land Hessen,
Schutzgebiete NSG, Natura 2000
Projektwebsite www.nabu-bingenheim.de
www.naturschutzgebiete-wetterau.de

Udo Seum
NABU-Gruppe Bingenheim e.V.
Buchenstraße 3
61209 Echzell
Tel.: 06035 / 207 302
E-Mail: udoseum (at) t-online.de

Träger:

Hessen-Forst, Forstamt Nidda
63667 Nidda
Tel.: (0 60 43) 96 57 0
E-Mail: ForstamtNidda (at) forst.hessen.de
NABU-Gruppe Bingenheim e.V.
Udo Seum
Buchenstraße 3
61209 Echzell
Tel.: 06035 / 207 302
E-Mail: udoseum (at) t-online.de
Josef Tiefenbach
E-Mail: tiefenbachj (at) t-online.de

Beweider:

Stefan Kannwischer (Südherde)
Martina Loos (Nordherde)

Projektbeschreibung

Das NSG Bingenheimer Ried liegt etwa 40 Kilometer nordöstlich von Frankfurt/Main. Das 85 Hektar große Ried wurde 1985 zum Naturschutzgebiet erklärt, ursprünglich zum Schutz und Erhalt von Brutgebieten von Entenvögeln. Im Frühjahr und Herbst sind Wiesen- und Schilfflächen überschwemmt. Zur Zugzeit kann man neben allen heimischen Entenarten auch viele Watvögel sehen.

Das Gebiet wird mit zwei Herden ("Nordherde" und "Südherde") beweidet, welche von unterschiedlichen Tierhaltern betreut werden. Die beiden Weideflächen grenzen unmittelbar aneinander (West-Ost-Richtung).

2009 wurden drei Mutterkühe und drei Kälber des Roten Höhenviehs auf den Flächen eingesetzt (Südherde).

Seit dem 16. April 2011 stehen bei der Nordherde im Bingenheim 3 trächtige Exmoor-Stuten. Die Pferde sollen die Unterbeweidung in Teilbereichen des Naturschutzgebietes beheben.

2008 (Südherde) und 2010 (Nordherde) wurden zwei Weideschutzhütten gebaut und ein sicherer, stabiler Weidezaun (Recyclingpfosten und 2 mm Stahldraht) errichtet.
Zurzeit laufen Planungen, die Südherde durch Wasserbüffel zu ergänzen (Unterbeweidung beheben).

Naturschutzfachliche Ziele / Erfolgskontrolle

Heute zählt das „Bingenheimer Ried“ zu den hessenweit bedeutendsten Sumpf- und Feuchtwiesengebieten und bietet zahlreichen Vogelarten optimale Lebensbedingungen. Die großräumige offene Lage, die freien Wasserflächen sowie die hohe Bodenfeuchte bieten bis in die Sommermonate zahlreichen, meist unter Schutz stehenden Arten (wie Rohrweihe, Großer Brachvogel, Uferschnepfe, Graugans oder Löffelente) ein ideales Brutgebiet. Seit 1981 brütet hier nahezu alljährlich die Spießente, die in Hessens seit 1883 als ausgestorben galt.

Auch für Amphibien und Libellen ist das Bingenheimer Ried ein überregional bedeutsamer Lebensraum.

Um Lebensraum für Uferschnepfe, Wechselkröte und Knoblauchkröte zu erhalten, lässt der NABU das Gebiet extensiv mit einer Rinderherde beweiden.

Durch die Beweidung entstehen zum einen großräumige Flächen wie Weide, Wiese, Acker, Brache, Gewässer durch die diese Arten stark gefördert werden. Zum anderen profitieren sie auch von kleinräumigen Biotopen, die durch die Beweidung entstehen, zum Beispiel der Wechsel zwischen intensiver und extensiver genutzten Weidebereichen sowie Trittstellen.

Beweidungsmodus

Ganzjährig – Zufütterung mit Raufutter im Winter (befestigter Futterplatz).

Öffentlichkeitsarbeit / Umweltbildung

Ein 1996 errichteter Beobachtungsturm, Exkursionen, Faltblätter, Info-Tafeln

Die amtliche Naturschutzwacht informiert die Besucherinnen und Besucher über die Schönheiten und Besonderheiten des Gebietes und überwacht die Einhaltung der „Spielregeln“.

Regionale Vermarktung

Beide Betriebe Selbstvermarktung (ab Hof) und Lieferung an Metzger („Bio-Metzger“).

Historie / Historische Nutzung

Der drastische Rückgang der an Feuchtland gebundenen Vogelarten wie Bekassine, Kiebitz und Großer Brachvogel, aber auch vieler Libellen- und Amphibienarten war Anlass für die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON), ein großflächiges Schutzkonzept zur Erhaltung der Auen in der Wetterau voranzubringen. Neben der Ausweisung des „Auenverbund Wetterau“ beantragte die HGON die ökologisch wertvollen Kernzonen als Naturschutzgebiete (NSG) zu schützen.

Durch die vorbildliche Zusammenarbeit des behördlichen und ehrenamtlichen Naturschutzes und wegen der einmaligen Schutzwürdigkeit des „Bingenheimer Rieds“ wurden die Flächen am 2. Januar 1985 durch das Regierungspräsidium Darmstadt als Obere Naturschutzbehörde unter Naturschutz gestellt (Antragsteller Udo Seum und Helmut Schwarz). Im Februar 1991 stimmte die Untere Wasserbehörde einem Anstau der Gräben zu. Seither kann auch in Zeiten geringer Wasserstände ein ausreichender Feuchtegrad im Ried gehalten werden

Monitoring

Ornithologie: AGWW (Arbeitsgemeinschaft Wiesenvogelschutz Wetterau – Udo Seum) Libellen, Amphibien (Stefan Stübing, Hanns-Jürgen Roland, Udo Seum) Botanik: im Rahmen des FFH-Maßnahmenplanes (Bewirtschaftungsplanes).

Wirtschaftlichkeit

Das Projekt ist nur durch HIAP-Verträge und die Übernahme der Kosten für Weidezaun und Weideschutzhütten (Infrastruktur) durch das Land Hessen wirtschaftlich.

Bilder

Weideprojekt Bingenheimer Ried Weideprojekt Bingenheimer Ried Weideprojekt Bingenheimer Ried Weideprojekt Bingenheimer Ried Weideprojekt Bingenheimer Ried Weideprojekt Bingenheimer Ried Weideprojekt Bingenheimer Ried Weideprojekt Bingenheimer Ried

Quellen: www.nabu-bingenheim.de & www.naturschutzgebiete-wetterau.de (online 30.6.2011)


Weideprojekte in Hessen – Online
Quelle: http://www.weideprojekte-hessen.de/weideprojekte/hessen/bingenheimer-ried/ [Stand: 22.09.2017]
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