Weideprojekt Glimmerode und Hambach

| Region/Lage | Werra-Meißner-Kreis, Walburg, Hopfelde, Hess. Lichtenau, Hollstein und Retterode |
|---|---|
| Geo-Koordinaten | 9° 45' 50'' O, 51° 11' 09'' |
| Lebensraumtyp | Flachland-Mähwiesen (ca. 110 ha), Kalkmagerrasen |
| Flächengröße | 182 ha, davon 110 - 120 ha LRT-Flächen |
| Tierrassen (Anzahl) | Merino-Landschaf (200), Schwarzköpfiges Fleischschaf (200), Kreuzungen aus beiden Rassen (100-120); Weiße Deutsche Edelziege und Bunte Deutsche Edelziege – Gebrauchskreuzungen (8) jeweils zuzügl. NZ |
| Beweidungstyp | saisonal – in milden Wintern fast ganzjährig, aber nicht auf allen Flächen |
| Finanzierung | HIAP-Grünland und AGZ (Ausgleichszulage) sowie Betriebsprämie |
| Schutzgebiete | Natura 2000 – FFH-Gebiet „Glimmerode und Hambach bei Hessisch Lichtenau“ |
| Projektwebsite | - |
Fachdienst Ländlicher Raum
Werra-Meißner-Kreis
Honer Straße 49
37269 Eschwege-Oberhone
Tel.: (05651) 3 02 - 48 42
Tel.: (05651) 3 02 - 48 41
E-Mail: juergen.bringmann (at) Werra-Meissner-Kreis.de
E-Mail: Torsten.Rapp (at) Werra-Meissner-Kreis.de
Träger:
Fachdienst Ländlicher RaumJürgen Bringmann, Torsten Rapp
Werra-Meißner-Kreis
Honer Straße 49
37269 Eschwege-Oberhone
Tel.: (05651) 3 02 - 48 42
Tel.: (05651) 3 02 - 48 41
E-Mail: juergen.bringmann (at) Werra-Meissner-Kreis.de
E-Mail: Torsten.Rapp (at) Werra-Meissner-Kreis.de
Beweider:
Eberhard KruseBetriebssitz Lokschuppen, Walburg
Projektbeschreibung
Weidegebiet im FFH-Gebiet "Glimmerode und Hambach" (ehem. Standortübungsplatz) - zur Zeit verwaltet von der BIMA (Bundesanstalt für Immobilienaufgaben).
Ursprünglich handelt es sich um es sich hier um die Flächen der zwei landwirtschaftlichen Rittergüter, "Glimmerode" und "Hambach", letzteres zu Lehen derer von Bischofferode.
Eine extensive Beweidung mit Schafen fand nachweislich bereits seit 1962 statt; seit 1985 mit großem Erfolg durch die Schäferei Kruse (zahlreiche LRT-Flächen kartiert von BÖF/ GDE 2003).
Naturschutzfachliche Ziele / Erfolgskontrolle
Erhalt der Lebensraumtypen, Flachland-Mähwiesen - LRT 6510 und Kalkmagerrasen - LRT 6212; bzw. auf einigen Flächen der Vorkommen von Maculinea nausithous (Anhang II-Art der FFH-RL).
Insgesamt sind die Weideflächen auf der Höhenlage von 450 m über NN durch ihre wertvollen artenreichen Pflanzenbestände, der submontanen Lage sowie der relativen Großflächigkeit hessenweit bedeutsam. Diese artenreichen Grünlandbestände sollen über die extensive Beweidung mit Schafen gesichert werden.
Die wertvollsten Flachland-Mähwiesen (Wertstufe A und B) wurden überwiegend oder ausschließlich beweidet; dies ist insofern bemerkenswert, da es sich um einen in der Regel gemähten Lebensraumtyp handelt. Die Kalkmagerrasen im Gebiet werden ausschließlich beweidet.
Zusätzlich sind die Vorkommen von Neuntöter, Wiesenpieper und Rotmilan auf den Weide-flächen sowie Steinschmätzer am „Walberg“ von avifaunistischer Bedeutung, um nur die wichtigsten Vogelarten zu nennen.
Beweidungsmodus
Modifizierte Umtriebsweide; Koppelhaltung kombiniert mit Hütehaltung; in der Hauptvegetations-zeit wird vorwiegend gekoppelt, um ein ausreichendes Weideergebnis zu erzielen; zum Herbst und im Winter bzw. Flächen mit geringerer Wüchsigkeit wird oft gehütet, um Zäunungsaufwand zu minimieren.
Nahezu 100 % der Flächen werden zumindest 1-mal jährlich beweidet; grundsätzlich werden keine Flächen ausschließlich gemäht. Die meisten Flächen werden zwei – bis dreimal jährlich beweidet.
Öffentlichkeitsarbeit / Umweltbildung
Findet grundsätzlich nicht statt; ist auch nicht beabsichtigt, da es sich zu 100% um Pachtland handelt, welches von einem zum anderen Tag neu verpachtet werden kann und damit dem Schafbetrieb nicht mehr zur Verfügung steht.
Regionale Vermarktung
Vermarktung grundsätzlich nur über den Viehhändler; regionale Vermarktung wird nicht praktiziert; einzig die Vermarktung der Lämmer ist halbwegs rentabel.
Historie / Historische Nutzung
Die beiden Güter Hambach und Glimmerode wurden 1962 aufgelöst und bis vor ca. 5 Jahren von der Bundeswehr als Standort-Übungsplatz genutzt. Seit dieser Zeit fand bis heute eine großflächige und extensive Schafbeweidung statt.
Vor 1962 wurden auf beiden Gütern, neben kleineren Schafherden überwiegend Milchkühe mit Nachzucht gehalten, da die Milcherzeugung durchaus eine wirtschaftliche Rolle spielte. Die Rinder wurden auch zur Beweidung der Gutsflächen eingesetzt wurden. Die mähbaren Flächen wurden damals zur Winterfuttergewinnung mind. 1-mal jährlich gemäht. Diese traditionelle Mähweidenutzung wird heute wieder weitgehend durchgeführt (gemäß Vorgaben des Maßnahmenplanes).
Monitoring
FFH-Monitoring der Haupt- Lebensraumtypen und des Maculinea nausithous ist in Hessen lediglich stichprobenartig (alle 6 – 12 Jahre) beabsichtigt.
Überprüfung der Beweidungserfolge vor Ort durch eigenes Personal mind. einmal im Jahr.
Wirtschaftlichkeit
Die Wirtschaftlichkeit auf den überwiegend ausgemagerten und somit geringwüchsigen Flächen ist nicht gegeben. Während die Futterkosten in den letzten Jahren erheblich anstiegen und nicht unerhebliche Pachtkosten für die BIMA anfallen, steigen die Verkaufserlöse aus Schafs- bzw. Lämmerverkäufen nicht entsprechend an.
Die Kombination der Förderung durch HIAP-Grünland, AGZ (Ausgleichzulage) und Betriebsprämie stellen die Auskömmlichkeit grundsätzlich her; die Stabilität der Fördersätze ist allerdings nicht langfristig gesichert.
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