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Weideprojekt Bruchwiesen bei Mengshausen

Weideprojekt Bruchwiesen bei Mengshausen
Region/Lage Hersfeld-Rotenburg, Niederaula, Mengshausen
Geo-Koordinaten 9° 37' 39'' O , 50° 47' 58'' N
Lebensraumtyp Auwiesen (Fuldaaue). Feuchtgebiet mit Versumpfungszonen.
Flächengröße ca. 15 ha
Tierrassen (Anzahl)
  • Heckrinder (ca. 20)
Bestandsdichte 20 Tiere pro 15 ha (0,8 - 1 GVE/ha)
Beweidungstyp ganzjährig
Finanzierung Startfinanzierung durch die Stiftung Hessischer Naturschutz, HIAP
Schutzgebiete  
Projektwebsite -

Harald Heidl
NABU Bad Hersfeld e.V.
Birkenweg 7
36275 Kirchheim
E-Mail: h-heidl (at) t-online.de

Träger:

Amt für den ländlichen Raum Bad Hersfeld (ALR)

Hessen Forst

NABU Bad Hersfeld e.V.

Obere Naturschutzbehörde (Kassel)

Stiftung Hessischer Naturschutz

Beweider:

Landwirt Schenk
Mengshausen

Projektbeschreibung

Das NSG ”Bruchwiesen bei Mengshausen” ist 1987 ausgewiesen worden mit dem Ziel, das Feuchtgebiet mit Versumpfungszonen als Lebensraum bestandsgefährdeter Sumpf- und Wiesenvogelarten zu sichern und weiter zu entwickeln.

Teilflächen wurden seither jährlich gemäht. Das Mähgut musste zum Teil sehr kostenträchtig abgefahren werden oder wurde auf dem Gebiet abgelagert. Angestoßen durch eine vom damaligen Amt für den Ländlichen Raum (AlR) initiierte Fachtagung zum Thema ”Ganzjahresweide mit Robustrindern”, auf der auch Praktiker aus Thüringen zu Worte kamen, bot sich eine Lösung durch Beweidung mit Rinderrassen wie Galloway, Highlands oder eben Heckrindern an.

Naturschutzfachliche Ziele / Erfolgskontrolle

Sicherung und Entwicklung des Lebensraums bestandsgefährdeter Sumpf- und Wiesenvogelarten. Erhalt der Artenvielfalt.

Durch die vielfältige Struktur und durch die ganzjährig erfolgende Dunghaufenablage der Herde steigert sich auch das Nahrungsangebot für viele Vogelarten insbesondere während der vegetationsarmen Zeit und zur beginnenden Wachstumsphase hin. Die Kothaufen sind selbst im Winter von Insektenlarven und allerlei Kleingetier besiedelt. In einem Kilogramm Rinderdung finden sich ca. 10-15 corophage Käfer. Bei ganzjähriger Beweidung ergibt sich im Frühjahr ein Massenaufkommen in der Käferpopulation, welches bei konventioneller Beweidung, die ab ca. Mai beginnt, fehlt. Außerdem zeigen sich auf Beweidungsflächen gegenüber reinen Mahdflächen mehr Bodenspinnen, Netzspinnen, Heuschrecken, in diesem Fall die Sumpfschrecke, Stechimmen und auch Tagfalter.

Bekassinen wurden schon gesichtet, und in den Augen von Naturschützern ist es nur eine Frage der Zeit, wann auch das Braunkehlchen den neu geschaffenen Lebensraum annimmt. Im Mai 2006 konnten sogar 2 Störche auf den Flächen bei der Nahrungsaufnahme beobachtet werden. Auch für den Sumpfrohrsänger und die Sumpfohreule dürfte die Fläche geeignet sein. Die Rohrammer, die Feldlerche, der Wiesenpieper und die Bekassinen konnten bereits als Brutvögel festgestellt werden. Auch der Raubwürger wurde als Überwinterungsgast gesichtet. Der vielfach befürchtete Verlust von Gelegen der Wiesenbrüter konnte bisher bei der geringen Besatzdichte der Heckrinder nicht beobachtet werden.

Beweidungsmodus

Ganzjährig. Im Winter, wenn die Bestände an Futter bedrohlich nachlassen, wird daher auch Heu zugefüttert. Dies erfolgte in den letzten beiden Wintern jedoch erst ab Ende Januar ! Hierbei konnte auch beobachtet werden, dass die Tiere bei strenger Kälte und bei längeren Regenperioden doch gerne den Unterstand annahmen, der stets etwas trockene Strohauflage bot. Wichtig ist auch, dass genügend Flächen außerhalb des Hochwasserbereiches und der Nasswiesen zur Verfügung stehen, auf die die Tiere sich im Bedarfsfalle zurückziehen können.

Unterschiedliche Vegetationseinheiten im NSG werden durch die Herde auch unterschiedlich genutzt. So sind die Bereiche, in denen 8 kleine Tümpel angelegt wurden und die durch Schilfbestände, Schlankseggensümpfe und Sumpfdotterwiesen gekennzeichnet sind, eher selten das Ziel der Beweidung. Bei den Feuchtwiesen mit reichlich Breitblättrigem Knabenkraut und den frischen bis mäßig trockenen Weidebereichen werden 50 – 90 % der Fläche genutzt. Durch das selektive Fressverhalten der Rinder entsteht aber auch eher kleinflächig betrachtet eine große Vielfalt. Hier wechseln sich Altgrasbestände mit stark abgefressenen Bereichen, Trampelpfade mit zunächst verschmähten Geilstellen etc. ab. Diese Struktur ist für viele Brutvögel ausschlaggebend. Besonderheiten wie dem Teufelsabbiss und der Iris schadet die Beweidung nicht. Interessant war auch die Beobachtung, dass einige Bäume hie und da verbissen werden, so dass sich das Gebiet nicht zu sehr mit Gebüschen bedeckt. Wie auch Untersuchungen andernorts nachweisen, hat die Beweidung gegenüber der reinen Mahd eine erheblich höhere Pflanzenartenzahl zu bieten.

Öffentlichkeitsarbeit / Umweltbildung

Hinweistafel und örtliche Presse

Historie / Historische Nutzung

Zunächst fand der NABU in der Familie Bickhardt in Mengshausen eine Landwirtsfamilie, die bereit war, einmal etwas Neues auszuprobieren. Im Frühjahr 2004 kaufte der NABU dann – unterstützt von der Hessischen Stiftung Naturschutz - eine kleine Herde Heckrinder von insgesamt 7 Tieren. Das Forstamt als Grundstückseigentümer errichtete den notwendigen Zaun. Die Abteilung Naturschutz und Landschaftspflege des AlR stellte die für das Projekt erforderlichen Finanzmittel für Verträge nach dem Hessischen Landschaftspflegeprogramm HELP mit dem Landwirt zur Verfügung.

Monitoring

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Wirtschaftlichkeit

Regionale Vermarktung durch den Landwirt

Bilder


Weideprojekte in Hessen – Online
Quelle: http://www.weideprojekte-hessen.de/weideprojekte/hessen/bruchwiesen-bei-mengshausen/ [Stand: 23.11.2017]
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